Wer sein Schulzeit mit einem Haupt- oder Realschulabschluss beendet hat und sich während der Ausbildungszeit oder dem Ersatz- oder Wehrdienst entschließt, doch noch einen höheren Bildungsabschluss anzustreben, kann sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholen. Die Chancen dafür sind oft besser als gedacht, denn weiterführende Schulen bieten oft ein völlig anderes Umfeld als noch die Regelschulen. Die allermeisten Schüler haben sich bewußt dafür entschieden noch weiter zu lernen und entsprechend hoch ist auch die Motivation und der Ansporn auch schwierige Fächer zu meistern.

Die Gründe, warum Menschen sich entschliessen ihr Abitur nachmachen zu wollen sind jedoch vielfältig. Arbeitslosigkeit, der Wunsch nach Weiterbildung oder auch die Suche nach anderen Arbeitsfeldern oder einem Studienplatz führen junge Menschen oft zu dieser Wahl. Zudem wird die Entscheidung auch vom Staat durch BAföG gefördert, was eine relative finanzielle Sicherheit über den entsprechenden Zeitraum sichert. Verschiedene Institutionen wie Abendschulen, Fernschulen, Telekolleg, Volkshochschulen und auch technische und betriebswirtschaftliche Oberschulen bieten die Gelegenheit, das Abitur nachzumachen.

Nach der Ausbildung stehen die Schüler oft besser da als Schüler, die in einer Regelschule abgeschlossen haben, da sie einerseits älter sind und über einen größeren Erfahrungsschatz verfügen als ihre Kollegen an den Regelschulen. Zweitens zeugt die Entscheidung noch zwei weitere Jahre in die eigene Ausbildung zu investieren, von einem starken Leistungswillen und hohem persönlichem Engagement. Vor allem Studenten, die nicht direkt von einer Regelschule kommen, sondern den längeren und oft mühseligeren Weg des zweiten Bildungswegs gegangen sind, haben während der Studienzeit oft mehr Ehrgeiz und ein klareres Ziel vor Augen als ihre Komillitonen.

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