Die Zinsen in Deutschland sind derzeit historisch niedrig. Vor allem die Finanzkrise, aber auch die Wirtschaftsflaute hat die EZB, die Europäische Zentralbank dazu animiert, die Leitzinsen nun zum dritten Mal in Folge zu senken. Für Sie als Kreditnehmer bedeutet dies, dass sich auch die Zinsen für Darlehen senken, 10jährige Annuitätendarlehen sind derzeit für knapp 4% p.a. zu haben.
Wenn Sie bereits ein Darlehen aufgenommen haben, bei dem die Zinsbindung aber erst in einigen Monaten ausläuft, können auch Sie die heute niedrigen Zinsen nutzen. Dies ist möglich, indem Sie ein Forwarddarlehen bei Ihrer Bank oder einem anderen Anbieter abschließen. Diese Forwarddarlehen sind im Grunde klassische Annuitätendarlehen, die wiederum eine Zinsbindungszeit sowie einen anfänglichen Tilgungssatz aufweisen. Im Gegensatz zu klassischen Annuitätendarlehen werden Forwarddarlehen aber nicht sofort ausgezahlt, sondern die Auszahlung erfolgt erst mit dem Ablauf Ihrer Zinsbindungsfrist für das bestehende Darlehen. Die Auszahlung liegt somit in der Zukunft, je nach Wunsch und Anbieter ist es möglich, diesen Auszahlungstermin bis 36 Monate aufzuschieben.
Für die Zeit zwischen der Kreditaufnahme sowie der Auszahlung Ihres Forwarddarlehens entstehen Ihnen keine Kosten. Da die Bank, die Ihnen das Forwarddarlehen zur Verfügung gestellt hat, jedoch das Zinsänderungsrisiko trägt, wird in den meisten Fällen ein Zinsaufschlag berechnet. Dieser Aufschlag orientiert sich an der Dauer bis zur Auszahlung des Darlehens, in der Regel beträgt er 0,01-0,06% pro Monat. Je länger also der Zeitraum bis zur Auszahlung, desto höher ist der Zinsaufschlag.
Das Forwarddarlehen lohnt sich somit immer dann, wenn Sie als Kreditnehmer von steigenden Zinsen in der Zukunft ausgehen. Sinken die Zinsen jedoch, müssen Sie das Darlehen trotzdem abnehmen, die Nichtabnahme führt zur Zahlung einer Entschädigung an die Bank. Somit hat das Forwarddarlehen einen leicht spekulativen Charakter.
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