Alle paar Jahre, und bestimmt nicht vorher, stellt sich dem selbstbewussten Herrn, der es wagt, nicht auf das persönliche Geschenk der Gattin oder seiner Kinder zurückgreifen zu müssen, das immer gleiche Problem der praktischen wie repräsentativen Herren Geldbörse. Manchmal hat man einfach Glück: Da liegt sie an irgendeinem Marktstand des exotischen Urlaubsortes, handgefertigt aus edlem Leder, sie lächelt einen von weitem an, die Verkäuferin ist zudem sympathisch und macht ihnen einen Preis, der nur für Sie gilt. Meistens jedoch gibt ihre alte gerade jetzt den Geist auf, und Sie brauchen einfach eine neue, hier und heute. In die alte Ersatz-Reservebörse aus dem Keller passt entweder keine Karte, oder das Ordnungssystem für Münzen ist einem Sparstrumpf nicht unähnlich.
Das gute alte Lederwarengeschäft, in welchem es auch Hüte und Schirme gab, kennen Sie vielleicht noch aus einem englischen Krimi der Sechziger. Also ins nächste Kaufhaus, wenn die Auswahl angemessen sein soll. Dann fängt das Problem erst an: Welche Farbe denn. Schon wieder schwarz. Rot wär ja wohl ein schlechtes Omen. Ist das grosse, klobige Modell mit Vorrichtungen für 12 Kreditkarten unbedingt angemessen, sind die Sichtfolien im Innenteil, unter die kein Ausweis und kein Führerschein passt und die bestimmt innerhalb des ersten Jahres unschön aufreissen, nicht vielmehr ein Grund, diese Börse eben nicht zu nehmen? Ist nicht weniger oft mehr?
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